Akademikergruppe auf Studienreise in Serbien

Die Akademikergruppe Bodenkultur bot Studierenden die Möglichkeit, vom Hörsaal in die Praxis zu schnuppern.

Eine 40-köpfige Delegation der Akademikergruppe Bodenkultur unternahm eine Fachreise nach Serbien, wobei in Vojvodina der Landwirtschaftsbetrieb „Global Seed“ besucht wurde. (c) Key Andreas Sina

Eine ganz besondere Reise führte Studentinnen und Studenten von der Universität für Bodenkultur (Boku) vom 29. Mai bis 2. Juni nach Serbien. Dort besuchten sie, im Zuge der diesjährigen Studienreise der Akademikergruppe, landwirtschaftliche Produktionsstandorte und Firmen. Auch Unterhaltung und Sightseeing-Touren standen auf dem Programm.   

Agrartechnik, fruchtbare Äcker und viel Potential

Auf der Boku bauen die Studierenden ihr akademisches Wissen als Basis für die berufliche Zukunft auf. Dabei schafft ein Blick über den fachlichen Tellerrand eine willkommene Abwechslung im Uni-Alltag. So startete am 29. Mai, um 22 Uhr, eine Reisegruppe mit 40 Teilnehmern von Wien in Richtung Süden. Nach einer nächtlichen Busfahrt und einer längeren Wartezeit an der serbischen Grenze erfolgte gleich am Vormittag der erste Betriebsbesuch.

Für die Akademikergruppe öffnete das Unternehmen „Global Seed“ in der Region Volvojdina – das ist die „Kornkammer“ des Landes – die Tore. Als erster ökologisch wirtschaftender Betrieb Serbiens werden von „Global Seed“ rund 2000 Hektar fruchtbarer Boden biologisch bewirtschaftet.

Auf einem 30 Hektar großen Betriebsgelände werden neben einer Werkstätte, einem Mischfutterwerk, einer 1,2 Megawatt Biogasanlage auch noch 950 Milchkühe – überwiegend Holstein – gehalten. Nach der Besichtigung wurde die Reise Richtung Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, fortgesetzt. Mit zwei Stadtführern ging es zu den schönsten Plätzen Belgrads und zur Stadtfestung, mit einem eindrucksvollen Blick über die Save-Mündung und die Donau. Am 31.Mai konnten während einer zweistündigen Busfahrt weite Agrarlandschaften mit Schlägen von bis zu 500 Hektar beobachtet werden.

Angekommen am Großbetrieb „PIK Becej“, wurde die Akademikergruppe von Direktor der Agrarabteilung Strahinja Marjanovic empfangen. „PIK Becej“ ist Teil der größten Agrarholding Serbiens (MK-Gruppe) und mit 8000 Hektar Acker, 650 Hektar Fischteich, 100.000 jährlich produzierten Schweinen und 1600 Milchkühen auch der größte Agrarbetrieb in der Region Volvojdina.

Auf den Feldern des Betriebs wird nicht nur Getreide angebaut, sondern auch verschiedene Gemüsearten wie Erbsen, Paprika und Bohnen. Diese werden in einem eigenen Werk für die Tiefkühlindustrie verarbeitet. „Wir freuen uns, dass wir hier in ‚PIK Becej‘ junge Studierende einer renommierten österreichischen Universität begrüßen und ihnen unsere Technologien zeigen dürfen“, sagte Marjanovic. Weiters betonte der Direktor: „Wir empfangen regelmäßig hohe Delegationen und pflegen unsere Geschäftsbeziehungen mit Österreich. Durch diese Zusammenarbeit ist es uns möglich, Studierenden führende landwirtschaftliche Produktionsanlagen Serbiens zu zeigen.“

Am nächsten Tag setzte sich die Reise mit dem Besuch der RWA (Raiffeisen Ware Austria AG) in Rumenka fort. Die RWA ist seit 2007 in Serbien in den Bereichen Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut, Handelswaren und Lagerung tätig. Bemerkenswert ist das junge Team der RWA-Serbien. Der Altersdurchschnitt liegt bei nur 35 Jahren. Bei der Führung durch den Betrieb erkundeten sich die Studierenden unter anderem über die Unterschiede zwischen dem serbischen und dem österreichischen Markt aufgrund der nicht EU-Mitgliedschaft Serbiens.
Weiters wurde ein Einblick in die Zukunftsplanung gegeben. So ist eine Erweiterung des Standorts in Planung. In der Stadt Novi Sad fand der Tag einen gemütlichen Ausklang, bevor eine fachliche, kulturelle und kulinarische Reise zu Ende ging.

 

18. Juni 2019