Studienreise der Akademikergruppe BOKU nach Norditalien

Die Akademikergruppe Bodenkultur veranstaltete auch dieses Jahr die traditionelle Studienreise. Dieses Jahr führte die Reise nach Norditalien in die Region um Parma, wo ein kulinarisches, kulturelles und lehrreiches Programm wartete.

Akademikergruppe

(C) Akademikergruppe BOKU

Am Mittwoch dem 30. Mai startete die mit 50 Teilnehmern restlos ausgebuchte Reisegruppe um 22 Uhr Richtung Italien durch. Nach einer amüsanten, nächtlichen Busfahrt stand am nächsten Morgen bereits die erste Besichtigung am Programm. Der Rinderzuchtbetrieb ,,Azienda Agricola La Chianina“, mit rund 200 Mastrindern, öffnete für die Akademikergruppe die Tore und der Landwirt führte durch seinen Betrieb. Der Betrieb verarbeitet das Fleisch direkt am Hof und vermarktet es selbst.

Nach dieser Besichtigung wurde die Reise Richtung Parma fortgesetzt. Pünktlich zur Mittagszeit kam die Reisegruppe bei der Prosciutto-Produktionswerkstatt ,,Prosciutto Bar Rosa dell' Angelo‘‘ an, bei der die Studenten gleich mit hervorragenden Prosciutto und Pasta verköstigt wurden. Im Anschluss bekamen die Studenten eine Führung durch den Betrieb. Dieser produziert hochwertige Parmaschinken, Mortadella, Salami und weitere köstliche Fleischwaren. In weiterer Folge konnten wir uns ein Bild von der Haltung der Schweine, welche in Freilandhaltung gehalten wurden, machen.

Am Abend des 1. Tages stand dann noch eine kulinarisch und kulturelle Stadtführung in Parma am Programm.

Am 2. Tag stand die Besichtigung einer Käserei für die Produktion von ,,Parmiggiano Reggiano‘‘ am Programm. Bei einer sehr interessanten Führung wurde den Studenten die Herstellung von Parmesan veranschaulicht und erklärt. Parmesan ist bei uns vor allem als Reibkäse bei Pasta-Gerichten bekannt. In Italien hat die Herstellung dieses Käses lange Tradition und wird unter geschützter geographischer Herkunft produziert. Die Führung nahm mit einer Verkostung des Käses im Hofladen seinen Abschluss.

Nach einer 5-minütigen Busfahrt ging es bereits mit der Besichtigung eines Milchviehbetriebes weiter. Dieser Betrieb hielt über 100 Milchkühe der Rasse Holstein in Anbindehaltung. Die Milch des Betriebes wird zur Gänze für die Erzeugung von Parmesan verwendet.

Am Betrieb traf die Akademikergruppe auch auf eine Gruppe der Jungbauernorganisation Emilia Romagna CIA. Die Jungbauern gewährten einen Einblick in die italienische Landwirtschaft. Beim Austausch mit den Jungbauern wurde auch über die verschiedenen agrarpolitischen Maßnahmen, die gemeinsame Agrarpolitik der EU und die Unterschiede unserer Länder diskutiert.

Am Nachmittag führte die Reise weiter nach Bologna wo die ,,FICO Eataly World‘‘, der weltweit größte Park für landwirtschaftliche Lebensmittel besucht wurde. Im Anschluss wurde die schöne Altstadt von Bologna besichtigt und der Abend fand mit einem gemeinsamen Abendessen in der Stadt einen gemütlichen Ausklang.

Am 3. Tag setzte sich die Reise mit der Besichtigung eines 300 ha großen Reisproduktionsbetriebs fort. Die Po-Ebene ist die einzige Region in Europa, in der nennenswerter Reisanbau stattfindet. In dieser Region findet ausschließlich Nassreisanbau statt. Besonders wichtig beim Reisanbau ist das Wassermanagement. Das Wasser das für die

Beflutung der Flächen notwendig ist wird in dieser Region durch ein Kanalsystem vom Po abgeleitet.

Der 2. Betrieb an diesem Tag war der rund 250 ha große Ackerbaubetrieb ,,La San Mauro‘‘. Dieser produziert auf 90 ha Tomaten für die Industrie. Bei einer Feldbesichtigung wurde den Studenten der Industrietomatenanbau erklärt und es wurden die für den Tomatenanbau notwendigen Maschinen vorgeführt, sowie eine Tomatenvollerntemaschine präsentiert.

Nach 4 Tagen Norditalien ging auch die Studienreise 2018 mit einer ganztägigen Busreise zu Ende. Es war eine sehr spannende Reise mit interessanten Betrieben und unterhaltsamen Führungen. Den Studenten wurde eine fachliche, kulturelle und kulinarische Reise geboten in der für alle Interessen etwas dabei war. 

Text von David Tischler

15. Juni 2018